Gemäß den verbindlichen pädagogischen Perspektiven für die Jahrgangsstufe 11 ("Gesundheit fördern, Gesundheitsbewußtsein entwickeln" sowie "Bewegungserfahrungen erweitern") und der ebenfalls geforderten Sporttheorie (sportartspezifische Methodik und Trainingslehre) fand für 2 Sportkurse von Herrn Steimel mit über 50 SchülerInnen der Sportunterricht 6 Wochen lang (Okt.-Nov. 07) in einem örtlichen Fitness Studio statt.

Mit welchem Elan die SchülerInnen dabei mitmachten und konsequent nach individuellen Trainigsplänen arbeiteten, zeigen die Bilder.
Neben der Arbeit an den Geräten gab es auch eine Einführung ins "Spinning" und in "Aerobic".

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Wer zusätzliche Informationen über die Wichtigkeit eines solchen Trainings sucht, findet hier noch einige Überlegungen von Herrn Steimel:
1. Vorüberlegungen
Die Ausgangsüberlegung für diese Einheit liegt im sich ständig verschlechternden Gesundheits-zustand unter Kindern und Jugendlichen, und in verstärkt laut werdende Stimmen, die vom Schulsport gesundheitserhaltende bzw. -wiederherstellende Maßnahmen in Form einer freizeit-gerechten und lebensbegleitenden Gesundheitserziehung fordern.
Dass unsere moderne, technisierte Welt Auslöser und Verursacher zahlreicher 'Zivilisationserkrankungen' ist, ist allseits bekannt und anerkannt. Sämtliche Zivilisations-erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit allgemeinen gesundheitlichen 'Risiko-faktoren' und obwohl die Hauptrisikofaktoren (Bewegungsmangel, Übergewicht, Nikotin) bekannt sind, lässt sich kein Rückgang der Krankheitsziffern beobachten.
Häufigstes Ergebnis von nicht beachteten Risikofaktoren stellen die Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar, gefolgt von Gelenk-, Bandscheiben- und Wirbelsäulendefekte, die vornehmlich aus Bewegungsmangel und damit einhergehenden Verschleißerscheinungen übermäßig beanspruchter Teile des Bewegungsapparates resultieren. Nicht zuletzt muss in diesem Zusammenhang die Belastung durch unnatürliche und langandauernde Sitzhaltungen angeführt werden. Während der Mensch noch vor 100 Jahren durchschnittlich 20 Kilometer am Tag in Bewegung war, verbringt er heute den überwiegenden Teil seines Lebens im Sitzen.
In der Sitzhaltung kommt es durch die Annährung der Muskelansätze und -ursprünge einerseits zu einer Verkürzung und Verhärtung der beckenstabilisierenden Muskulatur und der Bauchmuskulatur, andererseits werden die Rückenstrecker durch die langandauernde Entfernung ihrer Ursprungs- und Ansatzstellen überdehnt und schlaff.
Dies hat vor allem für im Wachstum befindliche Kinder verheerende Auswirkungen, denn anstatt ihnen eine bewegungsreiche Entwicklung zu ermöglichen, müssen sie oft stundenlang in unnatürlichen Sitzhaltungen auf nicht immer optimal konstruierten Sitzgelegenheiten verbringen.
Laut den Sportmedizinern HOLLMANN & STEINMANN weisen bereits Kinder im vorpuberalen Alter eine Schwäche der Haltemuskulatur, vor allem der Rumpfmuskulatur auf. Konkrete und aufrüttelnde Zahlen über Haltungsschäden lassen sich in vielen Publikationen finden. Danach weisen mit stetig steigender Tendenz heute bereits 50 bis 65 % aller 8- bis 18jährigen und 75 % der 20jährigen Schüler und Schülerinnen Haltungsschwächen bzw. -fehler auf und über 30 % sind übergewichtig.
2. Die Bedeutung eines Fitness- und Krafttrainings im Schulsport
Wie kann der pro Woche maximal zweistündige Schulsport diesen negativen Erscheinungen ent-gegentreten und dabei gleichzeitig noch pädagogische und soziologische Aspekte berück-sichtigen ?
Zunächst soll der Sportunterricht - in Zusammenarbeit mit den anderen Fächern - für das spätere Berufsleben und den Freizeitbereich qualifizieren und spezifische Bezüge wie Ausgleich, Entspannung, Freizeitgestaltung, Spaß, Kommunikation und sportliches Können zu beiden Bereichen aufweisen.
Dieses Anliegen besitzt angesichts der Tatsache, dass Freizeit in unserer Gesellschaft sowohl quantitativ als auch qualitativ immer mehr an Bedeutung gewinnt eine steigende Priorität. Hinzu kommt die inhaltsschwere Tatsache, dass es sehr vielen Schülern und Erwachsenen in ihrer Freizeit verwehrt bleibt, angemessen auf die Belastungen des Schul- und Arbeitsplatzes zu reagieren oder mit der verfügbaren Zeit sinnvoll umzugehen.
Hier bietet sich gerade dem Schulsport, als oftmals letzte pädagogische Kontaktstelle von Jugendlichen, die Gelegenheit, Schüler zum Sporttreiben für den außer- und nachschulischen Bereich zu motivieren und zu befähigen.
Dabei geht es meist um das Taining motorischer Grundeigenschaften, wobei dem Aspekt "Kraft und Beweglichkeit" eine besondere Bedeutung zukommt, da die meisten Alltagsbelastungen keine ausreichende Reize mehr für die Ausbildung der Kraft darstellen und chronisch unterhalb einer nötigen Reizschwelle für physiologische Anpassungen liegen. Dies umso mehr in Hinblick auf die bereits beschriebene, ständig steigende Zahl von Haltungsschäden.
Die Möglichkeiten des obligatorischen Schulsports in Bezug auf eine Verbesserung von Kraft-fähigkeiten und der damit einhergehenden Verbesserung mannigfacher Symptome, sind in den meisten Fällen angesichts der geringen Stundenzahl, großer Klassenstärken, mangelnder materieller Bedingungen, Heterogenität der Gruppen usw. nur begrenzt. Dies gilt insbesondere für ein 'sportartenspezifisches Krafttraining' als Training derjenigen Muskelfunktionen, die in der eigenen Sportart leistungsbestimmend sind.
Ohne an dieser Stelle auf trainingswissenschaftliche Aspekte, biologische Grundlagen und spezielle šbungsformen einzugehen, die sich mit der Kräftigung der Rücken-, Schulter-, Brust-, Bauch-, Arm- und Beinmuskulatur beschäftigen seien hier nur die kompensatorisch, präventiv bzw. therapeutisch und rehabilitativ wirkenden Vorzüge und Effekte eines Kraft-/Muskel-trainings wiedergegeben.
Im einzelnen lassen sich in Fachpublikationen folgende Auswirkungen eines ergänzenden Krafttrainings, welches vornehmlich auf die Erhaltung und Wiederherstellung muskulärer Gleichgewichte durch eine Verbesserung des Muskelquerschnitts zielt, wiederfinden:
- es verbesserte die Leistungsfähigkeit und Beanspruchbarkeit der Muskulatur und beugt bis zum ca. 70. Lebensjahr altersbedingtem Muskelabbau vor;
- es stellt einen (zusätzlichen) muskulären Schutz für Wirbelsäule und muskulär geführte Gelenke dar;
- es führt zur Fettreduktion und Gewichtsabnahme;
- es läßt den Sportler den eigenen Körper intensiv erfahren;
- es kann bereits vorhandenen arthrotischen Gelenkveränderungen in funktioneller Hinsicht entgegenwirken;
- es ergänzt die Stützfunktion der Bänder;
- es beeinflußt in besonderem Maße den Knochenstoffwechsel und kann daher der Osteoporose (Verminderung des Knochengewebes) entgegenwirken;
- es kann Einflüsse auf den Cholesterin-Spiegel haben und weitere gesundheitlich wertvolle An-
passungen des Stoffwechsels bewirken, (insbesondere wo die Skelettmuskulatur zusammen mit der Leber wichtigstes Stoffwechselorgan ist) und
- es erhöht die Beweglichkeit und Reißfestigkeit von Sehnen und Bändern und führt zur Stärkung des Gelenkknorpels.
TRAEDER (1988) faßt diese Einzelpunkte mit dem Satz zusammen, dass "ein richtig ausge-arbeitetes Krafttraining mindestens 75 % des menschlichen Körpers funktional verbessern kann" und so früh als möglich begonnen werden sollte.
Neben diesen, vor allem medizinisch und physiologischen Auswirkungen eines Krafttrainings zeigt die Arbeit in einem Fitness-und Kraftraum noch weitere positive Aspekte.
* So macht es hinsichtlich der sportlichen Voraussetzungen Angebote, die ohne langwierige Lernprozesse auf Anhieb positive Bewegunsgerlebnisse vermittelt.
* Es ist für Untrainierte und längere Zeit sportlich Inaktive als Einstieg in ein umfassenderes sportliches Training geeignet, da damit alle Körperfunktionen optimal vorbereitet werden können.
* Es erfordert und fördert eine sportliche Vielseitigkeit.
* Es kann alleine oder in einer Gruppe ausgeübt werden.
* Es beeinflußt durch entsprechende Reizsetzung in positiver Weise Wachstum, Entwicklung und Alterungsprozesse.
* Es kann ohne Leistungsdruck betrieben werden.
* Es zeichnet sich durch eine niedrige Unfall- und Schadensquote aus.
* Es ist sportartenübergreifend und geselligkeitsorientiert.
* Es besitzt einen hohen Erlebniswert und macht Spaß.
* Es ruft auch ohne besondere Sicherheitsmaánahmen kaum Verletzungen und Unfälle hervor.
* Es bezieht sich auf Formen des außerschulischen Sports.
* Es kann in kleineren Zeiteinheiten augeübt werden und eine sinnvolle Freistundenbeschäfti-gung darstellen.