Abschlussfahrt Schottland 2003

 

Lessing Schule - Ottilienstr.12 - 44892 Bochum   

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 Abschlussfahrt der Oberstufe

Schottland 

Begleiter Frau Neide-Kollek, Herr Rienäcker

Schon Monate vor Fahrtantritt war das Zielland bekannt: Schottland. Doch was soll sich eine Gruppe darunter vorstellen, wenn der Großteil noch nie da gewesen ist? Viel Land, viele Seen und kleine Städte versprechen zunächst nicht die Superfahrt und so manch einer wurde da schon skeptisch. Was sollen wir denn da machen? Müssen wir wirklich mit der Fähre fahren? Werden wir die Schotten überhaupt verstehen? Herr Rienäcker und Frau Neide-Kollek bemühten sich, die Bedenken zu zerstreuen, informierten uns über das Programm und machten uns die Fahrt schmackhaft.  

Überraschenderweise stand plötzlich der Tag des Reiseantritts vor der Tür. Vorbereitungen wurden selbstständig getroffen und so schnell dieser Tag gekommen war, konnte es auch losgehen. Voller Motivation in den recht einfach gehaltenen Reisebus hinein und auf die Suche nach einem angenehmen Platz.

 


Im Hafen von Rotterdam staunten alle: Was war das doch für eine riesige Fähre, die „Pride of Rotterdam“ (resp. ihr Schwesterschiff die „Pride of Hull“). 12 Decks, von denen fünf für Besucher begehbar waren und so organisiert, dass man eigentlich die ganze Reise dort hätte verbringen können: Restaurants, Shops, Bars, Kinos, Showlounge mit abendlicher Disko, Kasino, Videospiele, Kinderbereich (warum eigentlich nicht), Skylounge und das Sonnendeck. 

Eine wahrlich unglaubliche Fähre, auf der es zunächst galt, sich zurecht zu finden! Die Kabinen waren so wie der Rest des Schiffes recht modern aber einfach gehalten. (Weitere Infos zur Fähre gibt es auf den Seiten von P&O) Aber wozu Kabinen, es gibt doch genug auf dem Schiff zu unternehmen. Herr Rienäcker meinte, dass doch jeder die Nacht durchmachen könne. Aber zunächst aufs Sonnendeck, um das Ablegemanöver der Fähre zu sehen. Auf so engem Raum ein solch langes Schiff zu manövrieren, alle Achtung, Herr Kaptän! Das Schiff schaukelte recht angenehm, obwohl einige auf ein bisschen mehr Seegang gehofft hatten.

Wir waren schwer beeindruckt als wir die im ganzen Schiff zu vernehmende Durchsage hörten: „For the Students of Lessing-School, Bochum breakfast will be served in the Skylounge.“
Abends konnte man in der Skylounge ein(!?) Getränk zu sich nehmen und diverse „recht britische“ Unterhaltungsshows ansehen. Spät in der Nacht veranstaltete unsere Gruppe zusammen mit einigen Schottlandfahrern aus Nürnberg noch eine Session auf dem Sonnen bzw. Sternendeck. Benjamin spielte Gitarre und der extreme Wind heulte dazu.

 

SONNTAG

Nach dem sehr guten typisch englischen Frühstück, ich sag nur: „ham and eggs, sausages and beans, yummy, yummy.“ ging es weiter.

Paul unser 'big bus-driver“ meisterte den Linksverkehr problemlos. Kein Wunder, er ging ja auch immer gut gestärkt ans Werk.

Zwischenstop am Hadrian's Wall. An einem kleinen schönen See, ein paar Kühen und Ziegen vorbei und hoch zum Hadrian’s Wall. .

Mirko hielt ein Referat über die Geschichte dieses Schutzwalls der Römer vor den wilden Piktenhorden aus dem Norden, das fast keine Fragen offen ließ

Eine Frage stellte sich uns aber doch, wären heute nicht Schutzwälle vor potentiellen Schafumschubsern aus „good old Germany“ angebracht? (Nicht wahr Charlotte, Johanna und Christian?)


Ein verwirrtes Schaf, das Charlotte, Johanna und Christian entkommen konnte

Weiter gings nach Gretna Green, einem früher berüchtigten kleinen Dorf an der Grenze zwischen England und Schottland. Dort konnten auch Minderjährige Verliebte nach dem einfachen schottischen Recht heiraten. Sie mußten nur vor Zeugen ja sagen und bedurften keinerlei Zustimmung von Seiten der Eltern usw.. Spontan entschloss Tobias sich, Frau Neide-Kollek einen Antrag zu machen. Nach einigem Zögern lehnte diese dann aber doch ab.

Nach Gretna Green ging es direkt auf Stirling zu. Dort suchten wir zunächst unsere Behausungen auf. Wir waren in Studentenunterkünften der University of Stirling einfach aber gut untergebracht. 

Abends verabredeten wir uns die Stadt Stirling zu erkunden. Und da bot sich die nahe Stirling Bridge an, an der 1297 Sir William Wallace (BRAVEHEART) die englischen Truppen taktisch klug besiegte.

Danach gingen wir zum Stirling Castle, ein imposantes Fort (überwiegend aus dem 15. und 16. Jahrhundert).

  Interesant und sehr beeindruckend war der große Friedhof unterhalb des Schlosses mit seinen keltischen Kreuzen und verfallenen Grabsteinen, der sicherlich zu abendlicher Stunde sehr gruselig werden würde.

Aus dem Mittelalter kamen manche ganz schnell wieder zurück in das 21.Jahrhundert, denn in einer urigen Karaokebar gab Simone „Show me the meaning of being lonely“ von den Back Street Boys und „My heart will go on“ von Celine Dion zum besten; mutig mutig. Das hat sie wirklich super gemacht, auch wenn man nicht vergessen darf, dass die Lieder doch recht anspruchsvoll sind. Simone war mit Sicherheit nicht die schlechteste Sängerin an diesem Abend.

MONTAG

Am Montag galt es Edinburgh zu besichtigen und Helen, unsere Tagesleiterin, stieg in Edinburgh dem Bus hinzu und erklärte uns während der Fahrt viele verschiedene Dinge, mal kleine, mal ganz bedeutende. Obwohl wir sie baten Englisch zu sprechen, wechselte sie immer wieder in ein schwer verständliches Deutsch. Hmm, Denglish oder Dengleutsch heißt das glaube ich.


Ferner bekamen wir von Helen einen detaillierten Einblick in die Geschichte von Edinburgh Castle. Im Schloss Edinburgh, dass zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert errichtet wurde, werden heute die schottischen Kronjuwelen aufbewahrt. Noch beeindruckender für die Mitglieder des Englisch-LK bei Herrn Rienäcker war aber natürlich der „Stone of Scone“ auf dem Macbeth gekrönt wurde. Der Stein ist wirklich, ganz ehrlich, der absolut, total echte Stein. Honest to God! Behauptet jedenfals Helen.

Auf der Heimfahrt über den Firth of Forth, schwärmte Herr Rienäcker über das Mikro von dem herrlichen 'Haggis', das er gegessen habe.
Nun gut, Geschmäcker mögen verschieden sein, aber hier noch mal die wesentlichen Zutaten von Haggis: Haggis enthält gehackte Schafsinnereien (mit Leber und Herz), Hafermehl, Nierenfett und Gewürze, die traditionell in Schafsdarm gekocht werden, bevor sie mit gemischtem Gemüse, meist Rübenbrei und Kartoffeln serviert werden. Lecker, oder nicht?

Johanna jedenfalls verabredete sich mit Paul, our big bus-driver, tatsächlich zum Haggis-Essen.

 

Auf der Rückfahrt hielten wir noch bei diesem ausgedienten Boot der Queen und betrachteten uns die 'Royal Yacht Britannia' aus der Nähe. 

Recht nett anzusehen, aber doch etwas klein und 'not really our style'. 

Witziger war hingegen die Funktion des Schiffes, denn die Queen reiste gerne mit dem Schiff, da sie an Bord des exterritorialen Schiffes auch im Ausland als Oberhaupt glänzen konnte.

Zurück in Stirling gingen einige einkaufen. Tobias war 'stilecht' im aus einer karierten Decke gewickelten Kilt unterwegs. Was hattest du eigentlich drunter, Tobias? 

Die schottischen Verkäuferinen aber ignorierten souverän die Provokation des (nach dem Kilt zu urteilen) aus dem Clan McDoof stammenden Eindringlings und lächelten nur milde.

Einige andere unternahmen eine gruselige Nachtwanderung zur Universität Stirling, bei der wir uns am meisten über Sadaf amüsierten, die mit einem Grashalm unbemerkt Hals und Ohren des vorneweg laufenden Herrn Rienäcker kitzelte. Der merkte natürlich nichts und versuchte das vermeintliche Insekt wegzuscheuchen, was natürlich nicht gelang. Als er es schließlich merkte, mußte Sadaf auf die andere Seite der Mauer in den dunklen Wald, der von Ungeheuern, Gespenstern und Hexen nur so wimmelte.
DIENSTAG

Am nächsten Morgen machten sich einige auf zum Wallace-Monument. Wir zogen den sehr steilen Aufstieg hoch und hatten einen weiten Blick auf die Stadt Stirling und den Flusslauf des River Forth .

 Innerhalb des Turms wurden wir über die Freiheitskämpfe der Schotten und insbesondere über ihren bekanntesten Anführer Braveheart William Wallace informiert. Von der obersten Plattform des Turmes genossen wir den überwältigenden Ausblick auf das Umland.

 

Nun gut, Herr Rienäcker sagte, es sei langweilig zweimal den gleichen Weg zu gehen. Natürlich gab es keine Hinweisschilder, so gab er die Richtung vor, 'den Berg hinunter'. Wir gerieten tiefer und tiefer in einen Wald. Und wie es das Schicksal wollte, so hörte plötzlich der Weg vor einer Felswand auf. Christian erkundete ob und wie, es dort oben weiterging. So musste dann jeder aus der Gruppe eine zwei bis drei Meter hohe Felswand erklimmen. Kaum oben, wartete schon das nächste Hindernis auf uns. Eine Steinmauer. Hört sich zunächst nicht spektakulär an, Julia und Anne jedoch lieferten ein spektakuläres Bild als sie zeitgleich mit dem Hosenboden auf der Erd aufsetzten.

 

 

Auf Herrn Rienäcker vertrauend „Nein, keine Angst, die Schotten sind so einsam, die freuen sich immer über Gäste und Besucher“ überquerten wir eine einsame Farm und fanden von dort auch sicher wieder nach Hause.

 

Dort konnten kurz die ersten Blasen und Wehwehchen versorgt werden, denn es stand nach Herrn Rienäckers Aussage nach dem Spaziergang jetzt eine Wanderung bevor. 

Das Dollar Glen ist ein Naturschauspiel. Direkt neben dem schmalen Weg durch das Tal ging es steil nach unten, wo man den kleinen Wasserlauf, der manchmal meterweit in die Tiefe rauschte, sehen konnte. 

 

Nach einem längerem, steilen und anstrengenden Aufstieg tauchte vor uns Castle Campbell auf, ein altes, kleines Schloss, das pittoresk am Anfang der Highlands liegt. Von diesem Schloss gab es einen traumhaften Ausblick, Schottland pur.
Wir benahmen uns alle gut, nur unser 'big bus-driver Paul'stieg dem Schloss aufs Dach. Für seine Heldentat wurde er von einem Wachmann gerügt und zurecht gewiesen; so was ist einfach nicht erlaubt. Für solche Beanspruchungen ist das Schloss schließlich nicht gebaut.
Am Ziel waren wir noch nicht. Wir wollten schließlich die versprochene Wanderung bis zum Gipfel'cairn'.
Es wurde heiß und heißer, wir kletterten weiter bergan. Plötzlich sah man Herrn Rienäcker, der begann sich auszuziehen. Er hatte eine Stelle entdeckt, wo man baden konnte, und schon war er drin. 

Sofort folgten einige und nutzen die Chance zur Erfrischung. Und es war kalt!!!. Originalzitat Mirko: Uhhhhuhhh, yeahhh. 

  Wow, ich glaube da wurden definitiv die meisten Fotos geschossen. Erfrischt ging es weiter bis ganz nach oben. Oben stand ein Steinhaufen, die Aussicht von dort war wirklich unschlagbar, und dieses genossen wir einige Zeit. 

Svenja und Lena qualifizierten sich für den Preis für den originellsten Abstieg. Sie rollten den Berg einfach hinunter. Angesichts der überall herumliegenden Schafsexkremente eine bemerkenswerte Entscheidung.

 

 

MITTWOCH

 

Der darauf folgende Mittwoch, war m.E. der definitiv schönste Tag in Schottland, denn wir besuchten Loch Lomond und Loch Katrine. 

Mit einem kleinen wackeligen Schiff machen wir uns über das Loch Lomond auf zu der kleinen Insel 'Inchcailloch'. Komischer Name, aber wunderschöne einsame naturbelassene Insel  (Betreten nur mit Erlaubnis des National Trust for Scotland), auf der man an einer kleinen Bucht mit Strand schön ausruhen oder schwimmen konnte.

 

 Hier hätte man wahrlich Tage bleiben können. Sonne, Baden, Natur erkunden, Aussicht genießen, traumhaft.

Auf der Insel Inchcailloch konnte man zudem noch einen Friedhof besichtigen, auf dem die Angehörigen des MacGregor-Klans und des MacFarlane-Klans begraben waren. Alles Verwandschaft von ROB ROY, eines weltbekannten schottischen Outlaws.


 

Mrs McNeide-Kollek and Mr McRienäcker im Kontakt mit den Eingeborenen

Trotz der Schönheit des Ortes nahm Paul das erste Boot wieder zurück, denn er hatte sein Essen vergessen und niemand konnte ihm mit den nötigen Mengen aushelfen. Frisch gestärkt fuhr er uns durch die Trossachs und wir genossen die schöne Landschaft Schottlands.

Witzig war hierbei, dass wir einen Schotten an der Straße trafen, der in voller Schottentracht Dudelsack spielte. Wir machten Fotos und spendierten deutsches Bier. Auf der Rückfahrt übernahm Tobias von Herrn Rienäcker die Funktion des Reiseleiters und das Mikro. Sofort artete es in einen Wettkampf im Erzählen von Anekdoten, Skurrilitäten und schmutzigen Witzen zwischen Paul und Tobias aus. Paul ist als Busfahrer sicherlich einiges gewohnt, aber Tobias überstieg einfach sein Fassungsvermögen.

DONNERSTAG

Nach diesem Höhepunkt, begannen leider schon die Vorbereitungen für die Rückfahrt. Am Morgen des Donnerstags fuhren wir Richtung York, nahe Hull, wo wir uns noch einige Stunden aufhielten. Wie es der Zufall wollte, kreuzte der Original-Hogwarts Express (aus Harry Potter) unseren Weg. In York einer wunderschönen mittelalterlichen Stadt besichtigten wir u.a. das York Minster, sehr beeindruckend!

Und dann begann die letzte Etappe, von Hull mit der Fähre zurück nach Rotterdam.

 Auf der Fähre machten wir Party in der Disco und im Anschluß spielte Benjamin in der Skylounge Klavier. Julia, Ilka und Benjamin haben sogar die Nacht durchgemacht; Respekt, denn nach dem anstrengenden Programm wollten die meisten nur noch ausruhen.

FREITAG

Am Freitag ging es dann zurück. Leider konnte Paul uns nicht bis ganz nach Hause fahren, da er fürchterliche Zahnschmerzen bekam, die er nach einem alten schottischen Lieblingsrezept mit Whisky bekämpfte. So lernten wir auch noch seine liebe Gattin kennen, die uns von Rotterdam sicher nach Hause brachte. 

Zum Abschluss hörten wir im Bus noch einmal das Lied, das für uns zu einer Hymne wurde: Runrig (live) – Loch Lomond. (Danke Johanna für die Einführung in schottische Musik)

Und der ein oder andere hat schon angekündigt, dass er zurückkehren wird, nach Schottland!

 

Patrick Labud
überarbeitet mit Anregungen von Anne Tilse, J.Rienäcker / Bilder Sarah Karle

 

 

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Stand: 15. November 2006